Nur wer Aikido praktiziert, kann seine ganze Bedeutung erfahren!
(R. Brand 1990)
Aikido ist eine japanische Kampfkunst (jap. Budo), die im
20. Jahrhundert von O´Sensei Morihei Ueshiba entwickelt wurde.
Im Aikido gibt es nur wenige gerade Linien; den meisten Tech-
niken liegt das Prinzip kreisförmiger Bewegungen zugrunde, die
es ermöglichen durch Ausweichmanöver und Umleitung des Angriffs
die Körperkraft und Geschwindigkeit des Angreifers auszunutzen.
Der Aikidoka wird zum Zentrum zentripetaler oder zentrifugaler
Kraft, die den Partner entweder in die Kreisbewegung hineinzieht
und wirft, oder zurück schleudert.
Aikido Techniken beschränken sich darauf, den Gegner zu kon-
trollieren und bewegungsunfähig zu machen oder ihn aus dem
Gleichgewicht zu bringen und zu Boden zu werfen.
Schläge werden vorwiegend als Ablenkungsmanöver zur Irritation
und Verwirrung des Gegners eingesetzt, um ihn durch einen Hebel
oder Wurf zu Boden bringen zu können.
Die eingesetzten Hebel werden in Richtung der natürlichen Gelenk-
rotation eingesetzt und so weit verdreht, dass das Gelenk nicht mehr
bewegt werden kann und der Partner aufgrund des auftretenden
Schmerzes nachgeben (aufgeben, sich selbst werfen um dem
Schmerz auszuweichen) muss.
Die Techniken des Aikido sind vorwiegend vom Schwertkampf und
vom Aiki - Jutsu geprägt.
Das japanische Schriftzeichen “Ai” drückt die Philosophie von
Ueshibas Kampfkunst, als “Weg des Friedens” am besten aus.
Es ähnelt am ehesten dem taoistischen Konzept des Wu Wei, der
Nichteinmischung und betont, dass Mensch und Natur eine unauf-
lösliche Einheit bilden, da sie dieselbe Lebenskraft teilen.
Der Begriff des “Ai” spiegelt auch den moralischen Standart des
Aikido wieder, der es seinen Exponenten verbietet, als Erste Gewalt
anzuwenden oder sich mit unverhältnismäßigen Mitteln zu verteidi-
gen. (Wildish, 2001)
Aikido bezieht seine Kraft aus dem “Ki”, der vitalen Energie des
Geistes. In den Übungen sollen Aikidoka durch die Kontrolle des
Hara, das Aufrechterhalten einer perfekten Haltung und die Atmung
die Fähigkeit entwickeln,sich den Fluss des Ki zunutze zu machen,
ihn zu lenken und zu mobilisieren.
Zur Ausführung der Würfe und Hebeltechniken soll keine muskuläre
Kraft eingesetzt werden. Vielmehr wird der Körper vom Zentrum aus
als Einheit geführt, von dem aus sich Energie und Geschwindigkeit
auf den gesamten Körper ausbreitet.
Setzt man beide Schriftzeichen Ai und Ki zusammen, so bilden sie
wieder den Begriff “Aiki”, unter dem man einen Zustand unerschüt-
terlichen Gleichmuts, der wach ist und durch nichts abgelenkt
werden kann versteht.
Nach langem Üben lernt der Aikidoka intuitiv einfach zu tun, statt
zu denken. Körper und Geist werden eins und sind fähig, spontan
angemessen auf alle Umstände zu reagieren.
Das dritte Schriftzeichen, “Do” bezeichnet das “sich auf den Weg
machen”, bzw. “auf dem Weg sein”, also das fortgesetzte Bemühen
um etwas. Es symbolisiert das geistige Prinzip der Kampfkünste.
Aikido kann für verschiedene Menschen, je nach Stand der Entwick-
lung und Interesse ganz unterschiedliche Bedeutung haben.
Für die einen ist es eine effektive Selbstverteidigung, für andere ist
es ein Weg der Koordination, für wieder andere ist es einfach Freude
an der Bewegung etc.