O Sensei (= großer Lehrer) Morihei Ueshiba wurde am 14. Dezember
1883 in Tanabe geboren. Er entstammte einer angesehenen
Samuraifamiilie, in der er traditionsgemäß im Geist des Taoismus
und des Buddhismus, sowie nach den Regeln des Bushido erzogen
wurde.
Seit seiner Jugend erlernte Ueshiba unterschiedliche Stile des Jiu-
Jitsu und des traditionellen Schwertkampfes.
1911 begegnete er Meister Sokaku Takeda, der maßgeblicher
Lehrer der Daito- Methode (Daito-Ryu) war, aus dem sich später das Aiki-Jitsu
entwickeln sollte.
Diese Variation des Jiu-Jitsu schien den anderen Stilrichtungen überlegen. Es
enthielt Elemente der Schwertkunst (Ken-Jitsu), wirksame Verfahren zum Brechen
des Gleichgewichtes und Ausschalten des Gegners. Besondere Bedeutsamkeit
wurde der Koordination der körperlichen und geistigen Kräfte zugemessen.
Während dieser Zeit siedelt er im Rahmen eines Regierungsprogramms auf den
nördlichen Teil der Insel Hokkaido um. Neben seiner Betätigung als Landwirt
setzte er sich in den folgenden Jahren für die sozialen Lebensumstände, wie
verbesserte Wohnbedingung, Errichtung einer Grundschule etc. ein.
Im Frühjahr 1918 traf Ueshiba mit dem Begründer der Omotokyo-
Religion, Reverend Wanisaburo Deguchi zusammen. Ueshiba zeigte
sich beeindruckt von dessen Thesen und zog 1919 nach Ayabe, dem
Zentrum der Sekte um. Dort ergänzte er sein hartes körperliches
Training in verstärktem Ausmaß durch Meditationsübungen.
Im Jahr 1925, nach mehrmonatiger Gefangenschaft in der Mongolei kam er zu der
Überzeugung, dass jede Kampfkunst nur dann wertvoll und unbesiegbar sein
kann, wenn sie von schützender Liebe und Verantwortung gegenüber allen
Lebewesen durchdrungen ist. Er entwickelt Techniken, die ausschließlich
defensiven Charakter aufwiesen.
1927 verlegte er sein dojo nach Tokyo, wo seine Kampfkunst großes Interesse
hervorrief. Dort unterwies er bis zum 2. Weltkrieg eine Vielzahl talentierter
Schüler.
Als Japan den Krieg begann zog sich Ueshiba auf sein Landgut in Ayabe zurück.
Dort trainierte er weiter und betrieb Landwirtschaft und schuf
eine neue Kunst für die folgende Epoche des Friedens: der Weg
(Do) der Harmonie/ Übereinstimmung (Ai) mit dem großen Geist
(Ki).
Nachdem sich die Wirtschaftslage in Japan Mitte der 50iger Jahre
besserte kamen wieder vermehrt Schüler in das dojo. Darunter
waren auch viele in Japan lebende Ausländer.
Am 26. April 1969 verstarb Morihei Ueshiba in Tokyo.
André Nocquet wurde am 30. Juli 1914 in Prahecq in der Nähe von
Bordeaux geboren.
Nachdem er in seiner Jugend Ringen und Jiu- Jutsu trainierte,
begann er 1937 mit der damals in Europa relativ neuen
Kampfsportart des Judo.
Nach dem 2. Weltkrieg war er maßgeblich am Aufbau und der Verbreitung des
Judo in Frankreich beteiligt.
1951 kam er in Kontakt mit Aikido und lernte ab 1952 bei Meister Tadashi Abé,
der als Repräsentant des Hombu dojo nach Frankreich entsandt wurde.
Als einziger Europäer wurde Meister Nocquet in den Jahren 1955 -1957
Hausschüler (”uchideshi”) bei O Sensei Ueshiba in Japan.
Nach seiner Rückkehr war er einer der prägenden Lehrer des
Aikido nicht nur in Frankreich, sondern für
ganz Europa.
André Nocquet starb am 12. März 1999.
John Emmerson Sensei praktiziert seit über 45 Jahren
Kampfkünste.
Er begann sein Studium des Budo mit Judo. Beinahe
zufällig lernte er 1964 Aikido kennen, welches nach und
nach seine Hauptdisziplin wurde.
Zunächst lernte er bei diversen englischen und auch
japanischen Lehrern, wie Chiba, Noro, Tamura und
Saito Sensei.
Seit Beginn der 70er Jahre wurde er enger persönlicher Schüler von
Maître Nocquet und blieb dies bis zu dessen Tod 1999.
Diese Beziehung war sowohl für Sensei Emmersons Aikido, als auch für
seine persönliche Entwicklung prägend.
John Emmerson lebt heute in der Nähe von Newcastle (GB). Er ist
technischer Direktor und Präsident der UKAU (United Kingdom Aikido
Union) und Begründer von DAN (Dynamic Aikido Noquet).
Außerhalb von England unterrichtet John Emmerson
Sensei regelmäßig in Deutschland (Augsburg, Freiburg),
Schottland (Glasgow, Dumfries), Belgien (Bruxelles) und
gelegentlich in Frankreich.